1. Die Welt von HELIOS: EU-Strafe gegen Microsoft zeigt Wirkung
Ende Februar hat Microsoft einen "Wechsel" in der Unternehmensstrategie
angekündigt, wonach die Windows-Netzwerk- und internen Protokolle,
bestehend aus ca. dreißigtausend Seiten Dokumentation, offen
gelegt wurden (unter anderem die SMB/CIFS und MS-Office Protokolle).
Nachdem Microsoft seine Monopolstellung 20 Jahre lang genutzt
hat um sich Mitbewerber fern zu halten, begrüßen wir diesen
Schritt. Nun können Drittanbieter ihre Produkte besser auf Windows
abstimmen, was zu mehr Wettbewerb und damit zu besseren Produkten
führt. Davon profitieren alle.
2. Neu: UB+ Desktopdatenbank kann verlagert werden
Das neue UB+ Update u0710 ergänzt den Desktop-Server um ein neues
Feature: Nach Setzen einer Präferenz kann die Desktopdatenbank
(".Desktop") an einen beliebigen Ort außerhalb des
Volumes verlagert werden. Dies bringt folgende Vorteile mit sich:
Eine stabile Desktopdatenbank, auch wenn der Speicherplatz
des Volumes zur Neige geht
Verbesserte Leistung bei sehr ausgelasteten Volumes
Timeouts, hervorgerufen durch Verzögerungen beim "Flushen"
der ZFS-Desktopdatenbank, werden vermieden
Diese Verbesserung der allgemeinen Leistungsfähigkeit und Stabilität
der Desktopdatenbank erfolgte auf Anregung unserer Kunden. Bekannte
Probleme sind, dass Sun ZFS Volumes keine "root Reserve"
für freien Platz auf dem Datenträger unterstützt und den gesamten
Disk-Cache flushen, wenn die Desktopdatenbank gesichert wird.
Das Flushen der Desktopdatenbank auf einen UFS-Datenträger löst
das Problem mit dem ZFS-Timeout. Auch andere Server (keine Sun
ZFS-Server) können vom Auslagern der Desktopdatenbank auf einen
separaten Datenträger dahin gehend profitieren, dass das Dateisystem
nicht betroffen ist, wenn in dem Benutzervolume der Speicherplatz
knapp wird. In sehr ausgelasteten Volumes kann ein separater Speicherort
für die Desktopdatenbank die Geschwindigkeit steigern. Weitere
Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Beschreibung für
das Update u0710, welches für alle Benutzer mit einem aktuellen
Software Upgrade Service Agreement zur Verfügung steht.
3. Unterstützung für Red Hat 5
Als HELIOS Plattform unter Linux unterstützen wir jetzt auch
Red Hat 5. Da der AppleTalk Kernel von Red Hat nicht zur Verfügung
gestellt wird, muss dieser selbst kompiliert werden. Eine andere
Möglichkeit ist die Verwendung des von HELIOS kompilierten Kernel-Moduls.
Details hierzu mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung finden
Sie auf dem HELIOS Webserver unter "HELIOS supported platforms"
im Bereich "Support".
4. ICC DeviceLink in UB+ eröffnet neue Möglichkeiten
In unserer HELIOS UB+ Produktgeneration haben wir das eingebaute
Farbmanagement um folgende Punkte erweitert:
ICC 4 Profile
Tiefenkompensierung ("Black Point Compensation")
Optionen zum Beibehalten von Primärfarben in Vektor- und
Rasterbildern
ICC DeviceLink Profile
Dieser Abschnitt konzentriert sich auf die neue Unterstützung
von ICC DeviceLink Profilen. Standardmäßig werden bei der ICC-Farbwandlung
alle Farben vom Quellfarbraum, z. B. RGB, in einen Zwischenfarbraum
(Lab) und dann in den Zielfarbraum, z. B. CMYK, gewandelt. Auf
diese Weise können die Benutzer Lab-/RGB-Daten für verschiedene
Ausgabezwecke aufbereiten.
Bei der Konvertieren von CMYK-Druckaufträgen zwischen Druckprozessen
für verschiedene Zwecke, z. B. von gestrichenem zu ungestrichenem
Papier, treten mit den ICC-Standardwandlungen Probleme auf. So
wird beispielsweise aus einem reinen (100%) Schwarz nach einer
ICC-Farbwandlung ein Bunt-Schwarz:
Ein weiteres Problem in Verbindung mit Farbwandlungen von CMYK
nach Lab und wieder nach CMYK sind Verläufe:
Das Bild zeigt einen reinen Cyan-Verlauf (links), die ICC-Farbwandlung
macht daraus jedoch einen unsauberen Verlauf in Cyan und Schwarz
(rechts).
Die folgenden speziellen Problemfelder treten bekannterweise bei
einer neuen Separation bestehender CMYK-Bilder bzw. -Dokumente
auf:
Bestehende Primärfarben wie Schwarz werden zerstört
Die Veränderung einer einzelnen Farbe, z. B. aus 90% Gelb
könnte 83%Gelb und 5% Magenta werden
Unsaubere Verläufe einzelner Farben (Abrisse, Schillern)
Ernsthafte Probleme beim Überdrucken, z. B. Aussparungen
anstelle von Überdrucken
Jetzt aber die gute Nachricht: Für diese speziellen CMYK-nach-CMYK-Wandlungen
können DeviceLink Profile verwendet werden. DeviceLink Profile
verwenden Lab nicht als Zwischenfarbraum, sondern wandeln stattdessen
auf Basis von ICC CMYK mit CMYK direkt. DeviceLink Profile können
mit Profilwerkzeugen von Drittanbietern, wie z. B. CoLiPri, erstellt
werden indem zwei verschiedene CMYK-Profile kombiniert und spezielle
Regeln zur Vermeidung der oben beschriebenen Probleme definiert
werden. Darüber hinaus können DeviceLink Profile Farbe (und
damit Geld) sparen und das Drucken zuverlässiger machen. ICC-DeviceLinks
werden seit HELIOS UB+ unterstützt und können in folgenden Bereichen
eingesetzt werden:
Auf Tools oder "Hot Folder" basierten Bildumwandlungen
mit ImageServer
Drucken von PDF 1.3 oder PDF/X über PDF HandShake
DeviceLink Umwandlungen während der OPI-Bildersetzung (PostScript
oder PDF-OPI)
Proofsimulation von DeviceLink Druckausgaben
Um die in UB+ eingebaute Unterstützung für DeviceLink nutzen zu können, ist es erforderlich DeviceLink Profile zu erstellen oder sich fertige DeviceLink Profile zu beschaffen. Hilfe erhalten Sie von Firmen wie z. B. der Impressed GmbH, die über das Fachwissen, einen Satz Standard DeviceLink Profile und Produkte zum Erstellen eigener DeviceLink Profile, die mit HELIOS UB+ benutzt werden können, verfügen. Details finden Sie unter www.impressed.de oder per E-Mail: info (at) impressed.de
Zusammenfassung
HELIOS UB+ enthält bereits spezielle Funktionen für das Farbmanagement,
die einige der oben erwähnten Probleme bei der ICC-Farbwandlung
vermeiden. Beispielsweise können reine Schwarz-, Grau-, Weiß-
und CMY-Farben erkannt und beibehalten werden. Eine zusätzliche
Kontrolle über CMYK-nach-CMYK-Farbwandlungen steht Ihnen mithilfe
von DeviceLink Profilen zur Verfügung.